Hanns Heinz Ewers war gebürtiger Düsseldorfer, Weltenbummler, ein Vorläufer der Beat-Generation, drogenerfahren, experimentierfreudig, skandalumwittert, ein Bestsellerautor. Vampir ist der Abschluss seiner autobiographisch geprägten Frank-Braun-Romane (Alraune/Der Zauberlehrling) und spielt zur Zeit des ersten Weltkriegs in den USA.
Vampir: ein Roman zwischen Mescalrausch, Lust und Vampirismus, ein Roman über Demagogie und die Macht der Rede. Aus dem Buch: In dem Jahre, in dem die ganze Welt wahnsinnig wurde, war er hinausgezogen zum andern Mal.
Er sagte immer: zum andern Mal; er zählte nicht, ob es das siebente Mal war, oder das zehnte, das zwölfte. Er wußte wohl, daß er krank war; Europa machte ihn krank, die Heimat, die er liebte.
Nach einem Jahre wußte er es selbst; nach zwei Jahren sahen es seine Freunde; nach drei Jahren merkten es alle, die mit ihm sprachen. Wenn er die Gluten der Tropen trank, wenn er die Einsamkeiten der Wüsten atmete, wenn seine Sehnsucht sich badete in den Unendlichkeiten aller Meere.